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Kann die Haut wirklich durch verzehrtes Kollagen beeinflusst werden? Die Frage klingt fast zu einfach. Kollagen ist schließlich in der Haut vorhanden – warum sollte man also nicht einfach Kollagen essen, um mehr Kollagen in der Haut zu bekommen? So funktioniert der Körper jedoch nicht ganz. Proteine werden im Verdauungssystem abgebaut, Aminosäuren ins Blut aufgenommen und der Körper entscheidet dann selbst, wofür die Bausteine verwendet werden. Deshalb waren Forschende lange skeptisch, ob orales Kollagen eine spezifische Wirkung auf die Haut haben könnte. Dann tauchte in der Forschung etwas Interessantes auf. Bestimmte Kollagenpeptide scheinen nicht nur als Rohmaterial zu dienen. Sie können auch kleine Peptidfragmente bilden, die absorbiert werden und potenziell als biologische Signale wirken. Eine vielbeachtete doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie, veröffentlicht in Skin Pharmacology and Physiology, untersuchte genau dies. Die Forschenden wollten wissen, ob die tägliche Aufnahme spezifischer bioaktiver Kollagenpeptide die Hautelastizität beeinflussen kann. Das Ergebnis war faszinierend: Bereits nach vier Wochen konnten die Forschenden im Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikante Verbesserung der Hautelastizität messen.
Die Studie in Kürze
Die Forschenden schlossen 69 gesunde Frauen zwischen 35 und 55 Jahren ein. Die Teilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt:
- 2,5 Gramm spezifische Kollagenpeptide pro Tag
- 5 Gramm spezifische Kollagenpeptide pro Tag
- Placebo
Die Behandlung dauerte acht Wochen.
Das verwendete Kollagen war VERISOL® Bioactive Collagen Peptides®, eine speziell entwickelte Mischung aus hydrolysierten Kollagenpeptiden. Die Forschenden maßen unter anderem:
- Die Hautelastizität
- Den Feuchtigkeitsgehalt der Haut
- Transepidermalen Wasserverlust, TEWL
- Die Hautoberflächenstruktur und Rauigkeit
Die Hautelastizität war der primäre Endpunkt der Studie.
Ergebnis: Die Hautelastizität verbesserte sich
Nach vierwöchiger täglicher Einnahme hatte sich die Hautelastizität in den Kollagengruppen im Vergleich zu Placebo statistisch signifikant verbessert. Der Effekt war auch nach acht Wochen noch zu beobachten. Im Durchschnitt wurde eine Verbesserung der Elastizität von etwa 7 Prozent gegenüber Placebo berichtet, während einige Teilnehmerinnen deutlich größere individuelle Veränderungen zeigten. Die Studie lieferte eine wichtige Antwort auf eine größere Frage: Spezifische oral aufgenommene Kollagenpeptide können messbare Eigenschaften der Haut beeinflussen.
Der Effekt schien nicht sofort zu verschwinden
Die Forschenden taten außerdem etwas besonders Interessantes: Sie stoppten die Kollagengabe und maßen die Hautelastizität vier Wochen später erneut. Bei den älteren Frauen in der Studie ließ sich weiterhin eine statistisch signifikant höhere Elastizität im Vergleich zu Placebo feststellen. Das deutet darauf hin, dass der Effekt nicht nur auf einer vorübergehenden Veränderung beruhte, solange sich das Kollagen im Körper befand. Eine mögliche Erklärung ist, dass Kollagenpeptide Prozesse in der extrazellulären Matrix der Haut und in Fibroblasten beeinflussen, jene Zellen, die unter anderem Kollagen, Elastin und andere Strukturkomponenten produzieren. Wichtig ist jedoch, zwischen dem, was die Studie tatsächlich zeigte, und einer biologischen Erklärungsmodell zu unterscheiden. Die Studie maß die Hautelastizität, bewies aber nicht exakt, welcher zelluläre Mechanismus die Veränderung verursachte.
Aber Kollagen wird doch im Magen abgebaut?
Ja. Und genau hier wird es interessant. Kollagen ist ein Protein und kann nicht unverändert aus einem Glas Kollagenpulver direkt in die Haut transportiert werden. Im Verdauungssystem wird Kollagen in kleinere Peptide und Aminosäuren zerlegt. Hydrolysiertes Kollagen besteht von vornherein aus deutlich kleineren Proteinfragmenten als natives Kollagen. Nach der Verdauung können bestimmte hydroxyprolinreiche Di- und Tripeptide im Blutkreislauf vorkommen. Die moderne Forschung hat daher zu einem Modell geführt, in dem Kollagenpeptide zwei parallele Funktionen haben können.
- Sie können zum einen Aminosäuren wie Glycin und Prolin bereitstellen, die bei der körpereigenen Proteinsynthese verwendet werden.
- Aber einige Peptide können auch als Signalmoleküle wirken, die Zellen im Bindegewebe beeinflussen.
Das ist ein deutlich interessanteres Modell als die vereinfachte Idee, dass „das verzehrte Kollagen zur Haut wird“.
Was sind Fibroblasten?
Um zu verstehen, warum das wichtig ist, müssen wir auf Zellebene gehen. In der Dermis der Haut gibt es Fibroblasten. Man kann sie vereinfacht als die kleinen Bauarbeiter der Haut beschreiben. Fibroblasten produzieren unter anderem:
- Kollagen
- Elastin
- Proteoglykane
- Bestandteile der extrazellulären Matrix der Haut
Kollagen verleiht der Haut Zugfestigkeit und Struktur, während Elastin zu ihrer Fähigkeit beiträgt, nach dem Dehnen in die ursprüngliche Form zurückzukehren. Mit zunehmendem Alter verändert sich das Gleichgewicht zwischen Aufbau und Abbau dieser Strukturen. UV-Strahlung, oxidativer Stress, Rauchen und andere Lebensstilfaktoren können zudem die Aktivität von Enzymen erhöhen, die die extrazelluläre Matrix der Haut abbauen. Das Ergebnis ist eine allmählich dünnere Dermis, veränderte Struktur und geringere Elastizität. Deshalb ist die Hautelastizität ein interessanter Messwert, wenn man die Hautalterung untersucht.
Warum werden spezifische Kollagenpeptide verwendet?
Es gibt ein wichtiges Detail, das in Diskussionen über Kollagen oft untergeht. Kollagen ist keine einheitlich standardisierte Zutat. Zwei Produkte, auf deren Etikett „hydrolysiertes Kollagen“ steht, müssen nicht aus derselben Kombination von Peptiden bestehen. Der Hydrolyseprozess bestimmt unter anderem:
- Welche Peptidfragmente entstehen
- Deren Molekülgröße
- Deren Aminosäuresequenzen
- Wie leicht sie weiter abgebaut werden
- Welche biologischen Effekte sie potenziell haben
In der vorliegenden Studie wurde nicht irgendein Kollagenpulver verwendet. Es wurde der spezifische Rohstoff VERISOL® Bioactive Collagen Peptides® untersucht. Das bedeutet auch, dass die Ergebnisse streng wissenschaftlich vor allem für das untersuchte Kollagenpeptid-Profil gelten. Man sollte vorsichtig sein, exakt dieselben Ergebnisse automatisch auf jedes Kollagenprodukt auf dem Markt zu übertragen.
Wie schnell kann Kollagen die Haut beeinflussen?
In der Studie konnte ein statistisch signifikanter Unterschied in der Hautelastizität nach etwa vier Wochen beobachtet werden. Die Studie wurde anschließend bis Woche acht fortgeführt. Es ist biologisch plausibel, dass Hautveränderungen Zeit benötigen. Die extrazelluläre Matrix der Haut wird nicht über Nacht umgebaut. Daher sollte Kollagen auch nicht nach nur wenigen Tagen beurteilt werden. Wer ein Hautprodukt evaluieren möchte, sollte im Allgemeinen eher in Wochen und Monaten als in Tagen denken.
Wurde die Haut auch besser hydratisiert?
Hier ist es wichtig, die Ergebnisse nicht zu übertreiben. Die Forschenden sahen Tendenzen zu Verbesserungen der Hautfeuchtigkeit in einigen Gruppen, doch die Ergebnisse für Hautfeuchte und transepidermalen Wasserverlust erreichten in dieser Studie keine statistische Signifikanz. Das stärkste Ergebnis dieser speziellen Studie war also die verbesserte Hautelastizität.
Was machte die ursprüngliche VERISOL®-Studie wichtig?
Die Studie war relativ klein, aber das Design war stärker als das vieler einfacher Nahrungsergänzungsmittelstudien.
- Randomisiert
- Doppelblind
- Placebokontrolliert
- Objektive instrumentelle Hautmessungen
- Zwei unterschiedliche Kollagendosierungen
- Nachbeobachtung auch nach Beendigung der Einnahme
Insgesamt nahmen jedoch nur 69 Frauen teil; die Ergebnisse lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf alle Altersgruppen, Männer oder alle Kollagentypen verallgemeinern.
Kollagen ist mehr als nur ein Schönheitsprotein
Kollagen wird oft als kosmetischer Stoff betrachtet. In Wirklichkeit ist es eines der wichtigsten Strukturproteine des Körpers. Es kommt unter anderem vor in:
- Haut
- Knochen
- Sehnen
- Bändern
- Knorpel
- Blutgefäßen
- Bindegewebe
Typ-I-Kollagen ist der häufigste Kollagentyp im menschlichen Körper und in der Haut besonders wichtig. Wenn wir über Hautalterung sprechen, sprechen wir daher zu einem großen Teil über Veränderungen in einer lebenden Trägerstruktur aus Kollagen, Elastin und anderen Molekülen der extrazellulären Matrix. Das macht die Frage nach Kollagenpeptiden biologisch deutlich interessanter, als es der Begriff „Beauty Supplement“ vermuten lässt.
Fazit: Kann Kollagen die Haut wirklich beeinflussen?
Ja, spezifische orale Kollagenpeptide können messbare Eigenschaften der Haut beeinflussen. In der randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie mit 69 Frauen führten 2,5 bzw. 5 Gramm VERISOL® pro Tag nach vier und acht Wochen im Vergleich zu Placebo zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der Hautelastizität. Das Spannendste ist vielleicht nicht die Prozentzahl an sich, sondern das, was die Studie über die Biologie aussagt. Kollagenpeptide sind nicht notwendigerweise nur Protein, das der Körper abbaut und als Rohmaterial nutzt. Spezifische Peptide können potenziell als biologische Signale wirken und die Zellen beeinflussen, die die extrazelluläre Matrix der Haut aufbauen. Es ist weiterhin ein Forschungsfeld in Entwicklung, in dem neue Studien nötig sind – insbesondere größere und völlig unabhängige klinische Studien. Ein alter Einwand gegen Kollagenpräparate ist jedoch deutlich schwerer zu halten geworden: „Es wird ohnehin nur im Magen abgebaut, also kann es die Haut unmöglich beeinflussen.“ Die Biologie scheint deutlich interessanter zu sein.
Häufige Fragen zu Kollagen, VERISOL® und Haut
Was zeigte die Studie mit der PMID 23949208?
Die Studie zeigte, dass Frauen, die acht Wochen lang täglich 2,5 oder 5 Gramm spezifischer Kollagenpeptide einnahmen, im Vergleich zu Placebo eine statistisch verbesserte Hautelastizität erhielten. Die Studie umfasste 69 Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren.
Welches Kollagen wurde in der Studie verwendet?
Die Forschenden verwendeten VERISOL® Bioactive Collagen Peptides®, einen spezifischen, hydrolysierten Kollagenpeptid-Rohstoff.
Wie viel VERISOL® wurde verwendet?
Die Teilnehmerinnen erhielten entweder 2,5 Gramm oder 5 Gramm pro Tag.
Wie lange dauerte es, bis ein Effekt messbar war?
Eine statistisch signifikante Verbesserung der Hautelastizität im Vergleich zu Placebo war nach etwa vier Wochen täglicher Einnahme zu sehen.
Können Kollagenpeptide aus dem Darm aufgenommen werden?
Kollagen wird während der Verdauung abgebaut, aber kleinere kollagenbezogene Peptide, einschließlich hydroxyprolinhaltiger Peptide, können in den Kreislauf gelangen. Dies ist einer der Mechanismen, die untersucht werden, um zu verstehen, wie orales Kollagen potenziell Bindegewebe und Fibroblasten beeinflussen kann.
Sind alle Kollagenprodukte mit VERISOL® gleichwertig?
Nein. Verschiedene Kollagenrohstoffe können sich in Herkunft, Hydrolysegrad, Molekülgröße und Peptidprofil unterscheiden. Klinische Ergebnisse einer spezifischen markengeschützten Kollagenpeptid-Rohware sollten daher in erster Linie mit dem Rohstoff verknüpft werden, der tatsächlich untersucht wurde. VERISOL®-Kollagenpeptide gelten als die besten der Welt.
Gibt es wissenschaftliche Evidenz für Kollagen und die Haut?
Mehrere randomisierte Studien und Metaanalysen haben unter anderem Verbesserungen der Hautelastizität und der Hautfeuchtigkeit berichtet. Zugleich gibt es methodische Einschränkungen, Unterschiede zwischen Studien und einen hohen Anteil industriefinanzierter Forschung. Der Forschungsstand ist daher vielversprechend, aber nicht völlig eindeutig.

