
Nahrungsergänzungsmittel werden eingesetzt, um die Ernährung zu ergänzen, Nährstoffdefizite zu beheben oder dem Körper zusätzliche Unterstützung zu geben. Die allermeisten erleben positive Effekter, doch manchmal kann ein neues Präparat stattdessen Übelkeit, Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unruhe oder andere Unannehmlichkeiten auslösen.
Sich nach Beginn eines Nahrungsergänzungsmittels schlechter zu fühlen, bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt schlecht ist oder dass man den Nährstoff selbst nicht verträgt. Die Reaktion kann unter anderem an der Dosierung, dem Zeitpunkt der Einnahme, der Kombination mit anderen Produkten, der Einnahme auf nüchternen Magen oder an einer Empfindlichkeit gegenüber einer der Zutaten liegen. In diesem Artikel gehen wir die häufigsten Gründe durch, warum Nahrungsergänzungsmittel Unbehagen verursachen können, und was Sie tun können, wenn Sie auf ein Produkt reagieren.
Ist es normal, sich durch Nahrungsergänzungsmittel schlechter zu fühlen?
Es ist nicht üblich, Beschwerden durch Nahrungsergänzungsmittel zu erleben. Manche Personen können jedoch vorübergehende oder dosisabhängige Beschwerden haben. Negative Reaktionen können beispielsweise daran liegen, dass:
- die Dosis zu hoch ist
- das Produkt auf nüchternen Magen eingenommen wird
- mehrere neue Präparate gleichzeitig eingeführt wurden
- das Produkt eine Zutat enthält, auf die der Magen reagiert
- ein Nährstoff in einer Form eingenommen wird, die nicht optimal vertragen wird
- das Präparat ein Medikament beeinflusst oder mit ihm interagiert
Es ist wichtig, die eigentliche Ursache zu identifizieren.
1. Sie sind mit einer zu hohen Dosis gestartet
Einer der häufigsten Gründe für Unbehagen ist, dass man direkt mit einer zu hohen Dosis beginnt. Die empfohlene Tagesdosis auf der Verpackung ist in der Regel für einen durchschnittlichen Erwachsenen ausgelegt, aber individuelle Bedürfnisse und Verträglichkeit können variieren. Eine empfindliche Person, jemand mit geringem Körpergewicht, empfindlichem Magen oder ohne vorherige Erfahrung mit dem Stoff kann manchmal mit einer geringeren Menge beginnen müssen. Das gilt besonders für Produkte, die beispielsweise enthalten:
- Magnesium
- Eisen
- Zink
- B‑Vitamine
- Probiotika
- präbiotische Fasern
- Aminosäuren
- Kräuter und Pflanzenextrakte
Lässt sich eine Kapsel öffnen, kann es in manchen Fällen möglich sein, mit einer geringeren Menge zu beginnen und die Dosis schrittweise zu steigern. Unsere Nahrungsergänzungsmittel haben Kapseln, die sich öffnen lassen.
2. Sie nehmen das Präparat auf nüchternen Magen ein
Manche Nahrungsergänzungsmittel können Übelkeit oder Magenreizungen verursachen, wenn sie ohne Nahrung eingenommen werden. Zink ist ein klassisches Beispiel. Selbst Personen, die Zink normalerweise gut vertragen, können sich übel fühlen, wenn es auf komplett nüchternen Magen eingenommen wird. Eisen kann bei einigen ebenfalls Bauchschmerzen, Übelkeit, Verstopfung oder weicheren Stuhl verursachen. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, D, E und K werden in der Regel besser aufgenommen, wenn sie zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden, die Fett enthält. Gleichzeitig gibt es Produkte, die laut Dosierungsanweisung zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden sollten. Befolgen Sie daher stets die Anweisungen für das jeweilige Produkt.
3. Sie reagieren auf die Form des Nährstoffs
Ein und dasselbe Mineral oder Vitamin kann in mehreren verschiedenen Formen vorkommen. Diese Formen können sich hinsichtlich Aufnahme, Stabilität und Magenverträglichkeit unterscheiden. Magnesium ist ein eindeutiges Beispiel. Magnesiumoxid ist eine der günstigeren Magnesiumformen, aber die schlechteste Wahl, wenn das Ziel ist, den Magnesiumspiegel des Körpers zu erhöhen. Die Form enthält zwar auf dem Papier viel elementares Magnesium, ist aber schwer löslich und hat eine sehr geringe Bioverfügbarkeit im Vergleich zu besser aufnehmbaren Formen wie beispielsweise Magnesiumbisglycinat, Magnesiummalat und Magnesiumtaurat. Ein relativ großer Teil des Magnesiumoxids kann daher im Darm verbleiben, statt effizient aufgenommen zu werden. Das ist auch ein Grund dafür, dass Magnesiumoxid häufiger weichen Stuhl oder eine abführende Wirkung verursachen kann. Für Personen, die in erster Linie Muskeln, Nervensystem, Schlaf, Stressregulation oder den Magnesiumstatus unterstützen möchten, sind daher besser bioverfügbare Formen zu bevorzugen. Magnesiumbisglycinat wird häufig als magenfreundlicher empfunden, während Magnesiummalat und Magnesiumtaurat andere Eigenschaften haben und je nach Situation der Person zu unterschiedlichen Bedürfnissen passen können.
Ein weiteres Beispiel sind Eisensulfat oder Eisenoxid, die in vielen Eisenprodukten verwendet werden. Diese Formen können bei empfindlichen Personen Magenbeschwerden verursachen. Eisenbisglycinat wird oft besser vertragen, auch wenn individuelle Reaktionen weiterhin vorkommen können.
Verschiedene Formen von Vitamin B12 und Folat können ebenfalls unterschiedlich wahrgenommen werden. Vitamin B12 in der Form Methylcobalamin und Folat (die natürliche Form der Folsäure) in der Form 5‑MTHF L‑Methylfolat werden besser aufgenommen als Cyanocobalamin und Folsäure.
Eine Reaktion auf ein bestimmtes Produkt bedeutet daher nicht immer, dass Sie auf den Nährstoff selbst reagieren. Es kann stattdessen an der chemischen Form, der Dosis oder der Kombination der Zutaten liegen. Greatlife wählt stets die hochwertigsten und bioaktivsten verfügbaren Formen.
4. Sie reagieren auf einen Hilfsstoff oder eine andere Zutat
Ein Nahrungsergänzungsmittel enthält oft mehr als nur den aktiven Inhaltsstoff. So können beispielsweise Kapselmaterial, Füllstoffe, Stabilisatoren, Aromen, Süßstoffe oder Fasern im Produkt enthalten sein. Zutaten, auf die manche Personen empfindlich reagieren können, sind unter anderem:
- Inulin und andere fermentierbare Fasern
- Zuckeralkohole
- starke Aromen
- künstliche Farbstoffe
- bestimmte Süßstoffe
- Gelatine
- milch-, soja- oder glutenbasierte Zutaten
Inulin wird manchmal als präbiotische Faser eingesetzt und kann die Darmflora fördern, aber einige Personen mit empfindlichem Magen, Reizdarm (IBS) oder Neigung zu Gasbildung können mit Blähungen, Schmerzen oder Gasen reagieren. Lesen Sie daher die gesamte Zutatenliste und nicht nur den Namen des aktiven Stoffes.
Die eigenen Nahrungsergänzungsmittel von Greatlife sind frei von Milchprodukten, Soja, Zucker, Gluten und GVO. Außerdem sind sie frei von synthetischen Süßstoffen, Farbstoffen, Konservierungsmitteln, gehärteten Ölen, Maissirup und Magnesiumstearat. Nahezu alle kommen in dunklem Glasbehälter, frei von BPA, Phthalaten und anderen hormonstörenden Stoffen.
5. Sie nehmen das Produkt zum falschen Zeitpunkt
Der Zeitpunkt kann beeinflussen, wie ein Nahrungsergänzungsmittel empfunden wird. Manche Personen berichten, dass B‑Vitamine oder andere energierelevante Nährstoffe sie wacher machen. Diese passen daher oft besser früher am Tag. Andere Produkte werden häufig abends verwendet, weil sie als entspannend empfunden werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle gleich reagieren. Eine kleine Gruppe kann sich beispielsweise wacher oder unruhiger fühlen durch ein Präparat, das normalerweise mit Entspannung assoziiert wird. Wenn ein Nahrungsergänzungsmittel den Schlaf beeinflusst, kann es sich lohnen, einen anderen Zeitpunkt zu probieren, vorausgesetzt, dies ist mit der Dosierungsanweisung des Produkts vereinbar.
6. Die Symptome beruhen eigentlich auf etwas anderem
Es ist leicht, ein neues Symptom mit dem zuletzt eingeführten Nahrungsergänzungsmittel zu verknüpfen. Manchmal trifft der Zusammenhang zu, aber nicht immer. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden oder Herzklopfen können auch zusammenfallen mit:
- Schlafmangel
- Stress
- Infektion
- Dehydrierung
- veränderter Ernährung
- erhöhtem oder verringertem Koffeinkonsum
- hormonellen Veränderungen
- neuer Medikation
Dass ein Symptom nach Beginn eines Präparats auftritt, beweist also nicht immer, dass das Präparat die Ursache ist. Eine praktische Möglichkeit, den Zusammenhang zu prüfen, ist, das zuletzt eingeführte Produkt zu pausieren und zu beobachten, ob die Symptome abklingen.
Nahrungsergänzungsmittel können mit Arzneimitteln interagieren
Nahrungsergänzungsmittel können die Aufnahme oder Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen. Das gilt für Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und Pflanzenextrakte. Beispiele für Medikamente, bei denen besondere Vorsicht geboten sein kann, sind:
- blutverdünnende Medikamente
- Schilddrüsenmedikamente
- Antibiotika
- Antidepressiva
- blutdrucksenkende Medikamente
- Diabetesmedikamente
- immunsuppressive Medikamente
- Medikamente, die die Magensäure beeinflussen
Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalzium und Zink können in manchen Fällen die Aufnahme von Medikamenten verringern, wenn sie zu nah beieinander eingenommen werden. Wer verschreibungspflichtige Medikamente verwendet, sollte daher prüfen, ob das Nahrungsergänzungsmittel mit einem bestimmten Zeitabstand zum Medikament eingenommen werden sollte.
Nahrungsergänzungsmittel können den Magen oder die Darmflora beeinflussen
Viele Nährstoffe beeinflussen den Magen-Darm-Trakt direkt. Das ist nicht zwingend gefährlich, kann aber unangenehm werden, wenn die Dosis zu hoch ist oder der Magen bereits empfindlich ist. Magnesiumoxid kann beispielsweise Wasser in den Darm ziehen und zu weicherem Stuhl führen. Eisensulfat kann hingegen Verstopfung, dunklen Stuhl, Übelkeit oder Bauchschmerzen verursachen. Probiotika und Präbiotika können die Aktivität im Darm verändern. Manche Personen erleben daher vorübergehend mehr Gase oder veränderte Stuhlgewohnheiten, wenn sie mit einem neuen Produkt beginnen. Wählen Sie immer Nahrungsergänzungsmittel von höchster Qualität, um minderwertige Formen zu vermeiden, die nicht selten Beschwerden verursachen.
Was ist eine Herxheimer-Reaktion?
Eine Herxheimer-Reaktion, korrekter Jarisch-Herxheimer-Reaktion, ist eine akute Entzündungsreaktion, die klassisch nach Beginn einer Antibiotikatherapie gegen bestimmte Infektionen beschrieben wird. Sie tritt oft innerhalb der ersten 24 Stunden auf und kann Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit und eine vorübergehende Verschlechterung der Symptome verursachen. Sie gilt als Behandlungsreaktion, nicht als allergische Reaktion.
In der Welt der Nahrungsergänzung wird der Begriff oft viel weiter verwendet, zum Beispiel wenn jemand auf antimikrobielle Präparate wie Oregano, Olivenblatt, Undecylensäure, Candida‑Protokolle, Probiotika oder S. boulardii reagiert. Dann spricht man manchmal von „die-off“ oder „Herx“. Es kann sich in manchen Fällen um eine vorübergehende Immun‑ oder Darmreaktion handeln, wenn sich das mikrobielle Gleichgewicht verändert. Sie ist normalerweise vorübergehend. Bedeutet
Was sollte man tun, wenn man auf ein Nahrungsergänzungsmittel reagiert?
Wenn Sie nach Beginn eines Nahrungsergänzungsmittels neue Symptome bekommen, können Sie folgende Schritte durchgehen:
- Überprüfen Sie die Dosierung. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht mehrere Kapseln genommen haben, wenn die Dosis eine gesamte Tagesdosis meinte.
- Reduzieren Sie die Dosierung. Öffnen Sie die Kapsel und nehmen Sie nur einen Teil des Inhalts. Dies ist oft die wichtigste Maßnahme.
- Pausieren Sie das zuletzt eingeführte Produkt.
- Lesen Sie die vollständige Zutatenliste. Achten Sie auf Fasern, Süßstoffe, Allergene oder andere Hilfsstoffe.
- Addieren Sie die gesamte Tagesdosis. Prüfen Sie, ob dasselbe Vitamin oder Mineral in mehreren Produkten enthalten ist.
- Prüfen Sie, ob das Produkt mit Nahrung eingenommen werden soll.
- Führen Sie jeweils nur ein Produkt ein.
Kann man von Vitaminen müde werden?
Ja, das ist möglich, auch wenn Vitamine normalerweise keine ausgeprägte Müdigkeit verursachen sollten. Die Reaktion kann an der Dosis, der Kombination mit anderen Stoffen, einer individuellen Empfindlichkeit oder an einer anderen zugrunde liegenden Ursache liegen. Müdigkeit kann auch auftreten, wenn ein Präparat den Blutzucker, den Blutdruck, den Schlaf oder die Magen‑Darm‑Funktion beeinflusst.
Warum wird mir von einem Multivitamin übel?
Übelkeit durch ein Multivitamin liegt oft daran, dass es auf nüchternen Magen eingenommen wird. Zink, Eisen und bestimmte B‑Vitamine können bei empfindlichen Personen zur Übelkeit beitragen. Versuchen Sie zunächst, das Multivitamin während oder direkt nach einer Mahlzeit einzunehmen, sofern die Dosierungsanweisung des Produkts dies zulässt.
Kann Magnesium den Magen durcheinanderbringen?
Ja. Magnesium kann zu weicherem Stuhl führen, vor allem bei höheren Dosen oder wenn das Produkt eine Form enthält, die im Darm eine deutliche osmotische Wirkung hat. Magnesiumoxid ist eine billige, minderwertige Form, die zu weicherem Stuhl führen kann. Vermeiden Sie Magnesiumoxid grundsätzlich.
Kann Magnesium mich müde machen?
Magnesium wird oft mit Entspannung in Verbindung gebracht und kann daher manche Personen schläfrig machen. Das ist in der Regel kein Problem, wenn das Produkt abends eingenommen wird, aber ausgeprägte Müdigkeit kann ein Zeichen dafür sein, dass die Dosis zu hoch ist oder ein anderer Faktor eine Rolle spielt.
Kann Probiotika Magenbeschwerden verschlimmern?
Probiotika können bei einigen Personen anfangs mehr Gase, Blähungen oder veränderte Stuhlgewohnheiten verursachen. Dies ist oft dosisabhängig und vorübergehend. Starke Schmerzen, anhaltender Durchfall oder eine deutliche Verschlechterung sollten hingegen nicht ignoriert werden.
Kann man auf B‑Vitamine reagieren?
Ja. Manche Personen können Übelkeit, Kopfschmerzen, Unruhe oder eine ungewöhnlich stimulierende Wirkung durch B‑Vitamine erleben, insbesondere bei hoher Dosis. Die Reaktion kann auch daran liegen, dass das Produkt viele B‑Vitamine in Kombination enthält oder spät am Tag eingenommen wird.
Kann man alle Nahrungsergänzungsmittel gleichzeitig einnehmen?
Es ist nicht immer optimal, alle Präparate zur gleichen Zeit einzunehmen. Manche Mineralstoffe können bei der Aufnahme konkurrieren, während andere Produkte mit Nahrung, ohne Nahrung oder mit einem bestimmten Abstand zu Medikamenten eingenommen werden müssen. Wenn Sie viele Produkte verwenden, kann es sinnvoll sein, sie über den Tag zu verteilen und die Dosierungsanweisung für jedes einzelne Produkt zu befolgen.
Woran erkennt man, auf welches Nahrungsergänzungsmittel man reagiert?
Am einfachsten ist es, jeweils nur ein Produkt einzuführen. Wenn Sie bereits mehrere neue Produkte einnehmen, können Sie damit beginnen, das zuletzt eingeführte Produkt zu pausieren.
Notieren Sie gerne:
- Produktname
- Dosis
- Zeitpunkt
- ob es mit Nahrung eingenommen wurde
- wann die Symptome begannen
- wie lange die Symptome anhielten
Ein einfaches Protokoll macht es leichter, Muster zu erkennen.

